Stadt unterzeichnet Vertrag für Windpark

Bianca de Waal-Schneider, Peter Gefeller und Dr. Claus M. Brodersen (von rechts) unterschreiben den Vertrag. (Foto: khn)
Bianca de Waal-Schneider, Peter Gefeller und Dr. Claus M. Brodersen (von rechts) unterschreiben den Vertrag. (Foto: khn)

Wenn das Regierungspräsidium Gießen das Projekt genehmigt, könnte der Windpark mit bis zu vier Anlagen Ende 2017 oder Anfang 2018 in Betrieb genommen werden.

 

Ob schlussendlich wirklich vier Anlagen im nördlichen Bereich des Staufenberger Waldes gebaut werden, steht noch nicht fest. »Es geht nicht um die Maximierung von Gewinn«, betonte der Bürgermeister im Pressegespräch, »sondern auch um die Verträglichkeit des Windparks mit der Bevölkerung und der Umwelt.« Denkbar sei zum Beispiel, die Zahl der Windräder zu reduzieren. »Drei wären auch gut«, sagte er. Und: »Wir machen so viel wie nötig, aber so wenig wie möglich.« Klar sei aber auch: Das Projekt müsse wirtschaftlich sein.

Gefeller verwies auf die interkommunale Zusammenarbeit im Rahmen des Projektes. Insgesamt zehn Kommunen sind über die Energiegesellschaft Lumdatal an dem Windpark beteiligt; nur in Reiskirchen steht aktuell ein Grundsatzbeschluss über eine Beteiligung aus. Die wird jedoch für diesen Monat erwartet. Das für die Windkraftanlagen benötigte Umspannwerk soll in Hassenhausen gebaut werden. Auch deshalb sei es wichtig, beispielsweise Fronhausen und Ebsdorfergrund an den Pachteinnahmen – 15000 Euro pro Anlage – zu beteiligen: Die Fronhäuser beteiligen sich mit dem Umspannwerk, und die Anlagen werden aus dem Ebsdorfergrund-Ortsteil Ilschhausen direkt zu sehen sein. Staufenberger werden von dem Park vermutlich nichts zu sehen bekommen. Die Anlage liegt hinter einer Bergkuppe. »Partnerschaft«, betont Gefeller, »ist ein Geben und Nehmen.«

Brodersen sagte, iTerra und die Stadt hätten »ein faires Modell« für die Pacht gefunden, »weil wir nicht wissen, wie hoch die Vergütung für den Strom 2017 sein wird«. Dies sei nunmal unternehmerisches Risiko. Hintergrund: Ab 2017 will die Bundesregierung die Fördersätze nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) über ein Ausschreibungsverfahren ermitteln. Damit könnten die Preise für den Ökostrom sinken – oder auch steigen.

Zufahrt über die B 3

In diesem Jahr sollen weitere Rahmenbedingungen für die Genehmigung durch das Regierungspräsidium abgesteckt werden. Das Gros sei erledigt, es fehlten aber zum Beispiel Erhebungen über Fledermaus-Populationen und Brutplätze. Liege die Genehmigung Ende diesen Jahres vor – Gefeller und Brodersen nannten diese Zielsetzung »sportlich« –, könnte die Anlage ein Jahr später in Betrieb genommen werden. Es handelt sich um ähnliche Anlagen wie in Rabenau mit einer Höhe von 200 Metern und 60-Meter-Rotoren.

Der Transport der einzelnen Komponenten der Windräder ist übrigens nicht, wie Gerüchte besagen, durch den Staufenberger Wald geplant. Gefeller erteilte diesen eine klare Absage. Er sagte stattdessen, dass extra zu diesem Zweck eine Abfahrt an der Bundesstraße 3 bei Hassenhausen ausgewiesen werden soll. »Das heißt, weder die Bevölkerung aus Staufenberg noch aus Fronhausen wird davon beeinträchtigt. « Brodersen verwies darauf, dass der größte Eingriff in die Natur durch die Zuwegung geschehe; für die Anlagen selbst seien keine derart großen Rodungsarbeiten vorgesehen.

 

(Quelle: Gießener Allgemeine Zeitung vom 19.01.2016)